Notfalltraining auf der Nahetalbahn

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Rund 40 THW-Einsatzkräfte beteiligen sich an nächtlicher Großübung in Namborn

An einer nächtlichen Notfallübung auf der Nahetalstrecke bei Namborn am vergangenen Sonntag, den 12. Oktober 2025, haben sich unter anderem rund 40 Helferinnen und Helfer des Technischen Hilfswerks beteiligt. Gemeinsam mit etwa 100 Einsatzkräften anderer Organisation trainierten die Ehrenamtlichen aus den THW-Ortsverbänden Freisen, Nohfelden und St. Wendel unter anderem den Einsatz von Schienenfahrzeugen und Rettungsplattformen sowie den Einsatz von Spezialdrohnen für die Lageerkundung aus der Luft.

Mehrfach kam es auf der Bahnstrecke in den vergangenen Jahren zu Zwischenfällen. Vor einem Jahr etwa entgleiste ein Personenzug nach einer Kollision mit einem herabgestürzten Felsbrocken, es blieb zum Glück bei Leichtverletzten. Einige Monate zuvor musste die Strecke nach dem Zusammenstoß einer Bahn mit freilaufenden Pferden stundenlang gesperrt werden. Ein Problem: Die geografisch anspruchsvolle Streckenführung erlaubt den Einsatzkräften nur an wenigen Stellen die Zufahrt zu den Gleisen.

Die neuerliche Einsatzübung galt vor allem dem Zweck, die bestehenden Einsatztaktiken und Alarmpläne zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Organisiert wurde sie von der örtlich zuständigen Feuerwehr der Gemeinde Namborn und dem Katastrophenschutz des Landkreises St. Wendel. Neben Feuerwehr-, Katastrophenschutz- und THW-Einheiten wirkten das Deutsche Rote Kreuz, der Malteser-Hilfsdienst, die Notfallseelsorge sowie Einsatzkräfte von Landes- und Bundespolizei an der Maßnahme mit. Während der nächtlichen Betriebspause wurde die zweigleisige Hauptstrecke voll gesperrt und die Oberleitungen durch Mitarbeiter der DB InfraGo spannungsfrei geschaltet. Das Bahnunternehmen Vlexx stellte einen dieselbetriebenen Personenzug, der mit rund 30 Freiwilligen zur Verletztendarstellung besetzt war.

Nach Absetzen eines Notrufes durch den Lokführer rückten zuerst Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rotem Kreuz zur Unfallstelle aus, erstellten eine erste Lageeinschätzung und begannen mit der Verletztenbetreuung. Zum Transport von Betroffenen und Material setzten sie unter anderem einen neu beschafften, motorbetriebenen Schienenwagen des Katastrophenschutzzentrums ein und leuchteten die Bahnstrecke zur besseren Sicht weiträumig aus.

Die THW-Einheiten, bestehend aus Bergungsgruppen der Ortsverbände Freisen und St. Wendel, einer Führungskomponente aus Freisen sowie einer auf den Betrieb unbemannter Flugobjekte spezialisierten Einheit aus Nohfelden, erreichten die Einsatzstelle wenig später. Während eine mit Kamera und Scheinwerfer ausgestattete THW-Drohne Luftbilder erstellte, bauten die Bergungsgruppen zwei Schienenwagen aus einem speziellen Einsatzgerüstsystem auf. Ausgestattet mit starken Scheinwerfern können die Wagen einerseits Einsatzstellen ausleuchten und andererseits als Transportmöglichkeit für Personen und Materialien dienen. Für die Evakuierung körperlich eingeschränkter und verletzter Menschen aus dem Zug wurde außerdem eine Rettungsplattform aus dem Einsatzgerüstsystem errichtet.

Parallel zu den Arbeiten der THW-Kräfte versorgten Feuerwehr und Rotes Kreuz die Verletzten und transportierten sie mit den bereitstehenden Rettungsfahrzeugen zu einem Behandlungszelt am Feuerwehrgerätehaus in Namborn. Notfallseelsorger leisteten psychische Hilfe, unter anderem für den sichtlich unter Schock stehenden Triebwagenführer. Alle Rettungsarbeiten fanden in Abstimmung mit den anwesenden Notfallmanagern von Deutscher Bahn und Vlexx statt.

Als besondere Gäste waren neben zahlreichen Pressevertretern unter anderem Landrat Udo Recktenwald, Staatssekretär Torsten Lang, Namborns Bürgermeister Sascha Hilpüsch und Vertreterinnen und Vertreter der Polizeien eingeladen. Sie wurden während der Übung von Kreisbrandinspekteur Dirk Schäfer betreut und über das Geschehen informiert. Gemeinsam mit den beteiligten Einsatzkräften zeigten sie sich nach Abschluss der Übung zufrieden mit dem Ergebnis der Maßnahme. Die Bahnstrecke konnte pünktlich gegen 04:00 Uhr am Morgen wieder für den Zugbetrieb freigegeben werden.

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